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Achtsam essen FAQ

F: Werde ich abnehmen, wenn ich achtsam esse? Oder womöglich zunehmen?

A: Achtsam zu essen ist keine Diät zum Abnehmen, sondern eine Methode, dein Essverhalten in Balance zu bringen. Wenn du übergewichtig bist, kan es gut sein, dass du dadurch abnimmst. Wenn du untergewichtig bist, nimmst du möglicherweise zu. Ganz sicher jedoch wirst du wieder mehr Genuss beim Essen haben und weniger schlechtes Gewissen.

 

F: Muss ich extra langsam essen und hundertmal kauen?

A: Langsam zu essen und viel zu kauen ist kein Wert an sich und ist nicht gleichbedeutend mit Achtsamkeit. Anders herum wirst du feststellen, dass du immer langsamer wirst beim Essen, je achtsamer du dabei bist. Du kannst auch schnell essen und dabei achtsam sein. Wichtig ist nur, dass du wahrnimmst, wie du gerade isst: hektisch oder ruhig, mit Genuss oder ohne, konzentriert oder abgelenkt. Dabei ist nichts falsch. Als Konsequenz aus dieser Wahrnehmung werden sich ganz von selbst die notwendigen Veränderungen ergeben (z.B. Wenn Du merkst, dass du vom hektischen Essen Sodbrennen bekommst wirst du automatisch versuchen, ruhiger zu essen.). Das bewusste Kauen ist Teil von Achtsamkeitsübungen beim Essen. Es lohnt sich, in diesen Übungen die Empfindungen bein Kauen zu erforschen. Vielleicht führt dies dazu, dass du auch beim alltäglichen Essen mit mehr Spaß kaust.

 

F: Muss ich die ganze Zeit achtsam essen?

A: Wie bei jedem Training gilt: Je mehr Du übst, dest schneller wirst du vorankommen. Auf der anderen Seite eignen sich manche Ess-Situationen besser zum Üben als andere und du brauchst nicht dein ganzes Leben auf den Kopf zu stellen um eine ideal achtsame Ess-Umgebung zu schaffen. Außerdem geht achtsames essen immer mit mehr Genuss einher und macht dein Leben schöner. Wenn es dir schwer fällt und keinen Genuss bringt, ändere etwas an deiner Art zu üben.

 

F: Muss ich schweigend essen? Das kommt mir komisch vor und ich will nicht auffallen oder unhöflich sein, wenn ich in Gesellschaft esse.

A: Schweigen ist kein Muss. Gleichzeitig sind Tischgespräche eine große Ablenkung beim Essen, die das achstsame Essen enorm erschweren. Zum Üben findest du vielleicht jemanden, der Spaß daran hat, an deiner Seite schweigend zu genießen? Es ist nämlich eine sehr schöne und entspannende Erfahrung. 

 

F: Was mache ich falsch? Beim Essen und auch bei den Achtsamkeitsübungen schweifen meine Gedanken ständig ab.

A: Du machst gar nichts falsch. Es ist ganz normal, dass unsere Gedanken auf Reisen gehen. Die Tatsache, dass du das merkst ist sogar ein Beweis dafür, dass du dich achtsam beobachtest. Es geht dabei nicht darum, es zu können, sondern es zu üben. Wenn du merkst, dass deine Gedanken abschweifen, hol sie einfach zur Übung oder zum Essen zurück. Das reicht. Mit der Zeit wird dir das leichter fallen, aber auch nicht an allen Tagen. Das macht nichts, das geht jedem so. Das Üben ist deshalb nicht weniger wirksam.

 

F: Muss ich meditieren um achtsam essen zu können?

A: Niemand muss auf einem Yogakissen sitzen und Mantren singen. Gleichzeitig ist es jedes Mal eine Form von Meditation, wenn du einfach nur im Hier und Jetzt zu bleiben versuchst. Egal, ob das eine formelle Übung oder ein Mittagessen ist. Dabei kommt es nicht darauf an, besonders erleuchtet auszusehen, oder im Schneidersitz zu sitzen.

 

F: Ich esse oft allein. Ohne Ablenkunge wie Fernsehen oder Internet fühle ich mich dabei nicht wohl. Muss ich das trotzdem ausschalten?

A: Du brauchst nichts tun, was deine Situation schlechter macht. Versuch einen Kompromiss zu finden, z.B. Musik einzuschalten, oder den Fernseher nur leise im Hintergrund laufen zu lassen, so dass du dich einerseits wohlfühlst und andererseits nicht zu sehr von deinem Essen abgelenkt bist.

 

F: Ich esse nie allein und meine Familie/Kollegen lenken mich zu sehr ab.

A: In größeren Gruppen, z.B. in der Kantine, fällt es oft gar nicht auf, wenn man sich mal kurz aus dem Gespräch ausklinkt um einen Bissen zu genießen. In Zweifel suchst du dir Tage aus, an denen du zu einer Mahlzeit mal eigene Wege gehst. Am Familientisch ist vielleicht eine Strategie, nur an den Gesprächen teilzunehmen und nichts oder nur wenig zu essen. Wenn später Ruhe im Haushalt eingekehrt ist, kannst du es dir mit einer Portion allein gemütlich machen.

 

F: Ich habe festgestellt, dass mir etwas nicht gut bekommt, aber ich will es nicht weglassen. Muss ich mich jetzt überwinden und es trotzdem aus meinem Leben streichen?

A: Das ist deine Entscheidung. Du darfst dich auch gegen die Signale deines Körpers entscheiden, wenn du andere Prioritäten hast. Jede bewusste Entscheidung ist gut. Für gewöhnlich nehmen wir Dinge, die uns nicht gut tun, früher oder später in Angriff. Vielleicht ist die Zeit einfach noch nicht reif.

 

F: Ich habe ständig Appetit auf etwas ganz ungesundes. Soll ich das wirklich jedesmal essen, wenn ich Lust darauf habe?

A: Wenn Du dir damit nicht akut schadest (z.B. wg. Diabetes), würde ich sagen: Ja, iss es so oft du Lust darauf hast. Mach dabei keine Kompromisse, indem du eine leichtere oder gesündere Variante suchst. Tu das mit gutem Gewissen! Gleichzeitig würde ich beobachten unter welchen Umständen der Appetit auftritt. Iss möglichst achtsam und spür nach, wie es dir danach geht. Dadurch sollte sich dein Appetit wieder einpendeln.

 

 

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